Versicherungsrecht
Henning Frey

„Ein Glück, ich bin ja versichert!“ ist ein Gedanke der einem durch den Kopf schießt, kurz nachdem der Adrenalinspiegel wieder erste klare Gedanken zulässt.
Sei es, sodass man nach Rückkehr von einem Ausflug die Haustür aufgebrochen und die Wohnung ausgeräumt vorfindet oder das Kind mit dem Fahrrad gegen den Neuwagen des Nachbarn stößt und beschädigt oder aber, dass einem das Fahrzeug gestohlen wird. In allen Lebensbereichen spielt die Versicherung von Risiken eine große Rolle und dies ist für die Versicherungswirtschaft ein lukratives Geschäft.
Leider macht man oft die Erfahrung, dass nach Eintritt des Schadens die Probleme erst wirklich beginnen. Jahrelang ist man versichert und hat Versicherungsbeiträge pünktlich überwiesen. Und nun möchte man, dass die Versicherung die Schäden übernimmt. Die Versicherung schickt jedoch mehrseitige Fragebögen und verweist auf das Kleingedruckte, die so genannten Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB). Oder die eigene Versicherung benimmt sich so geschäftsmäßig und distanziert, dass man den Eindruck bekommen kann, die Anmeldung eines Versicherungsschadens sei irgendwie ein unlauteres Anliegen.

Nicht selten passiert es, dass dann ein Streit mit der Versicherung entsteht, ob überhaupt ein versicherter Schadensfall vorliegt und ob dieser durch den Versicherungsvertrag abgedeckt ist bzw. ob nicht diverse Ausnahmen in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen die Versicherung von einer Zahlungsverpflichtung befreien.

Woher soll der juristische Laie auch wissen, dass sich durch das 3. Gesetz zur Durchführung versicherungsrechtliche Richtlinien des Rates der Europäischen Gemeinschaft einige schwerwiegende Veränderungen im Versicherungsrecht ergeben haben.
Durch diese Richtlinien wurde den Versicherungsunternehmen ab dem 01.07.1994 ein deutlich größerer Spielraum bei der Ausgestaltung ihrer Allgemeinen Versicherungsbedingungen eingeräumt. Bis zu diesem Zeitpunkt mussten sich die Versicherungen ihre AVBs durch die Versicherungsaufsichtsbehörde genehmigen lassen. Seit dem 01.07.1994 ist das Vergangenheit. Die Versicherungsaufsichtsbehörde kann eine Überprüfung der AVBs nur noch im Wege der Missbrauchaufsicht vernehmen, d. h. eine Überprüfung findet nur im Nachhinein statt, was faktisch erst dann der Fall ist, wenn sich ein Versicherungskunde gegen die Praktiken seiner Versicherung wert.

Ohne juristische Unterstützung sind deshalb viele Geschädigte auf das Wohlwollen ihrer Versicherungen angewiesen. Hier helfen wir bei der Feststellung und Bemessung der Schäden sowie bei der Ermittlung versicherungsrechtlich relevanter Tatbestände und der korrekten, gegebenenfalls gerichtlichen, Geltendmachung Ihrer Versicherungsansprüche.